Was ist Sonnensprache?


Erdensprache:

Die kennen wir alle. Die lernt man im Deutsch-, Englisch- und Chinesischunterricht. Sie bildet die Begriffe des gewöhnlichen Bewusstseins ab und deutet auf die normalen Wahrnehmungen hin.

Mondensprache:

Die Sphäre des vollzogenen 1. Grades im geistigen Aufstieg haben "die Alten" den "Mond" genannt. Im Mondenbereich schaut und denkt man in Bildern. Schauen und Denken sind sich schon ähnlicher hier als im Erdbereich.
Mondensprache, das sind:
die Subtexte von Filmen und Romanen,
Dichtersprache,
Metaphern,
Verfremdungen,
die gedankenplastische Zone der Philosophie,
Deuten und Bedeutung,
aber auch "Hellsehen in Bildwelten".
Ob man es tut als Literaturprofessor, Politiker oder aus der Hand lesende "Lebensberaterin": Sobald man die Lebensverhältnisse, Träume, Texte oder Filme deutet, ihre Bedeutung, ihren "Sinn" ausspricht, ist Mondensprache immer schon dabei.
Die Mondensprache versteht unsere Zivilisation ganz gut, aber die ...

Sonnensprache:

Die spricht nicht mehr über Gegenstände oder deren Bedeutung.
Wenn Autoren einen "Roman über Nichts" schreiben wollen, dann suchen sie die Sonnnensprache.
Was in der Lyrik die Rhythmen und die Laute machen oder wenn Gemälde nur noch Farben und Formen haben ohne Gegenstände: Wenn die ganze Welt nur noch "Musik" ist, dann haben wir es mit der Sonnensprache zu tun. – Ja, die Musik agiert, ohne auf "Etwas" einzuwirken oder auf "Etwas" zu reagieren.
Das geschieht auch in Hegels Logik, das tun die Logogramme des I Ging. Es geschieht überall, wo der Bezeichner nur sich selbst bezeichnet – und die anderen Bezeichner, mit denen er eine agierende Einheit bildet.
So tun auch die Formgebilde unserer "Sonnensprache".

Saturnsprache:

Das ist die schweigende Sprache des Seins und des Schicksals. Dazu schweigen auch wir.